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Wegverlegung am Stuhleck bei winterlichen Bedingungen

… es gibt immer was zu tun (Folge 26)

02.-03.10.2025
Noch im August hat uns die Nachricht erreicht, dass die Brücke ca. 65 Höhenmeter unter dem Karl-Lechner-Haus am Stuhleck ihren Geist aufgegeben hatte. Kurzfassung: Das Holz der Brücke war unwiederbringlich vermorscht.
Nach einer Erstbesichtigung war klar, ein Brückenneubau in Eigenregie war allein schon aus Haftungsgründen ausgeschlossen und die Beauftragung einer Firma aus Kostengründen ebenso nicht vorstellbar. Also haben wir uns für eine Wegverlegung entschieden.
Nach einem Aufruf über unseren E-Mail-Verteiler und einigen Zu- und wieder Absagen sowie krankheitsbedingten Ausfällen sind immerhin wir drei (Christian, Peter und ich) übrig geblieben. Also haben wir den Edelweiss Bus mit Werkzeug etc. vollgeräumt und sind bis zum Karl-Lechner-Haus gefahren. Natürlich haben wir uns das Wochenende mit dem ersten Schnee der Saison ausgesucht. Alles andere wäre fad gewesen.
Das Bild (Klassifizierung „vorher“) lässt bereits erahnen, dass der Spaß ordentlich werden wird. Unschwer an der Körpersprache erkennbar: „Wos und wia moch ma des?“




Die Wegverlegung nahm dann schön langsam Gestalt an. Heftiges Umgraben mit Spaten, Krampen (Spitzhacke) und Wegemacherhaue (Wiedehopfhacke) ergab dann doch relativ schnell die weiteren Arbeitsschritte.





Durch das austretende Wasser (wir mussten eine Quelle kreuzen) ergab sich nicht nur ein herrlicher Gatsch, sondern auch die Notwendigkeit mit Steinen (so groß und flach wie möglich) eine naturverbundene Drainage herzustellen.






Hier sei unserem Christian der offizielle Titel des „Fösnumdrahers“ (Steinwender) verliehen. Er hat nämlich schöne Kaliber herbeigeschafft. Meine und Peters „Fösn“ waren auch nicht klein, aber lange nicht so schwer wie seine. Wobei Peter sich durchaus den Titel eines „Schlammschauflers“ verdient hätte.
Gegen 17:00 Uhr haben wir abgebrochen und sind rauf zu unserem Quartier, dem Alois-Günther-Haus. Aufgrund der (wenn auch wenigen) Schneeauflage und einer gewissen Schmierigkeit der Mautstraße gepaart mit Minusgraden hatten wir für den Folgetag schon das Anlegen von Schneeketten ins Auge gefasst. Die Küche samt Zimmer und Duschen etc. war hervorragend. Die Hütte ist auch für Vegetarier bestens geeignet. Danke an Andreas und sein Hüttenteam.
Morgenstunde mit -6 Grad und ca. 80 km/h Wind, aber Sonnenschein.




Auch das Schneekettenanlegen hatte die bereits bekannten Körpersprache („Wos und wia moch ma des?“). War aber dann ganz leicht. Die Schneeauflage (wenig) gepaart mit Glatteis (viel) machte das Kettenaufziehen, trotz Allrad, zur richtigen Entscheidung.




Die restliche Arbeit ging hurtig voran. Schneller als gedacht, konnten wir unser Werk fertigstellen.
Was blieb? Ein Abschiedsbild („nachher“ samt Selfie), Werkzeug wieder rauf zum Karl-Lechner-Haus schleppen, Werkzeug reinigen, Auto anfüllen, Zeugs packen, Kaffee und Kuchen genießen und ab nach Hause.








Und warum hat man danach Muskelkater (nicht einen, sondern mehrere)? Naja, vom Karl-Lechner-Haus (Hüttenparkplatz) zur Baustelle waren es zwar nur 65 hm, aber nach 10 x rauf und runter (mit Steinen, Werkzeug etc.) samt div. Geländearbeiten, darf einem schon mal was weh tun.

Rainer
 

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Rainer Vogl
Im Alpenverein Edelweiss seit 2010 als Bergwanderführer (Wanderungen im Sommer, Schneeschuhwanderungen im Winter) und Leiter von Bergwaldprojekten tätig.
Touren mit Rainer Vogl

 

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