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Gut geplant ist halb am Gipfel

Tourenplanung beim Bergwandern
Der Moment, wenn der Rucksack gepackt ist, die ersten Schritte auf dem Weg gemacht sind und die Berge vor einem aufragen, gehört zu den schönsten Gefühlen beim Wandern. Damit aus dieser Vorfreude ein rundum gelungenes Bergerlebnis wird, beginnt eine gute Tour allerdings schon lange vor dem eigentlichen Aufbruch.
Wer Route, Wetter, Ausrüstung und die eigene Kondition realistisch einschätzt, ist entspannter unterwegs und kann die Natur intensiver genießen. Eine durchdachte Planung sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch dafür, dass der Kopf frei bleibt für das, worum es in den Bergen wirklich geht.

Routenplanung und Vorbereitung
Gedruckte Wanderführer werden heute immer häufiger durch digitale Tourenportale ergänzt. Sie bieten viele Inspirationen für neue Wege und Gipfelziele.
Bei der Auswahl einer Tour ist es wichtig, den angegebenen Schwierigkeitsgrad ernst zu nehmen. Höhenmeter, Distanz und Dauer sollten realistisch geplant werden. Ebenso wichtig ist eine ehrliche Einschätzung der eigenen Fitness und Erfahrung.
Für die Orientierung gehören eine topografische Karte sowie eine GPS- oder eine Offline-Navigationsapp zur Grundausstattung. Wer sich ausschließlich auf das Smartphone verlässt, sollte unbedingt eine Powerbank im Rucksack haben.
Zur Planung gehört auch eine sinnvolle Zeitstrategie. 
Als Richtwert für die Berechnung der Gehzeit gelten:

• Circa 300 Höhenmeter pro Stunde für den Aufstieg
• Circa 500 Höhenmeter pro Stunde für den Abstieg
• Circa vier Kilometer horizontal pro Stunde

Am einfachsten jedoch planst du deine Tour auf alpenvereinaktiv.com. Unter „Tourenplanung“ klickst du deinen Startpunkt und die gewünschten Stationen an, und schon berechnet die App automatisch Strecke, Höhenmeter bergauf und bergab sowie die Gehzeit. Ein früher Start schafft Ruhe, ausreichend Zeitreserven helfen bei unerwarteten Situationen und ein klar definierter Umkehrzeitpunkt verhindert unnötige Risiken.

Wetter im Blick behalten
Das Wetter spielt im Gebirge eine zentrale Rolle. Vor jeder Tour lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuelle Bergwettervorhersage.
Besonders wichtig sind mögliche Gewitterentwicklungen, Windstärken und die Höhe der Nullgradgrenze. Diese Faktoren entscheiden oft darüber, wie angenehm oder anspruchsvoll eine Tour tatsächlich wird.
Zur eigenen Sicherheit empfiehlt es sich außerdem, einer Vertrauensperson die geplante Route und die ungefähre Rückkehrzeit mitzuteilen. Sollte unterwegs Hilfe nötig sein, ist es wichtig, die alpinen Notrufnummern zu kennen:
Euro-Notruf 112
Bergrettung Österreich 140

Kondition realistisch einschätzen
Bergwandern ist Bewegung über mehrere Stunden hinweg in abwechslungsreichem Gelände. Eine gute körperliche Vorbereitung macht Touren nicht nur angenehmer, sondern erhöht auch die Sicherheit.
Regelmäßige Bewegung, eine schrittweise Steigerung der Tourenlänge und bei größeren Höhen auch eine ausreichende Akklimatisation helfen dem Körper, sich an die Belastung anzupassen.
Wer seine Kräfte gut einteilt, hat unterwegs mehr von Landschaft und Ausblicken und kann die besonderen Momente am Berg intensiver genießen.

Die richtige Ausrüstung
Knöchelhohe Wanderschuhe bilden die Grundlage jeder Bergwanderung. Sie geben Halt auf unebenem Untergrund und schützen die Füße in steinigem Gelände.
Bei der Bekleidung hat sich das Zwiebelschalenprinzip bewährt. Mehrere Kleidungsschichten ermöglichen es, schnell auf Temperaturveränderungen zu reagieren. Eine Regenjacke gehört ebenso in den Rucksack wie Handschuhe und eine zusätzliche warme Schicht.
Gerade in der Übergangszeit ist Reservekleidung sinnvoll. Vor allem, wenn sie in einem Plastikbeutel mitgeführt wird, damit sie bei jedem Wetter trocken bleibt. Wer verschwitzte oder feuchte Kleidung wechseln kann, bleibt auch bei Pausen warm und fühlt sich wohler.

Sicherheitsausrüstung
Zur grundlegenden Sicherheitsausrüstung gehören ein kleines Erste-Hilfe-Set (inkl. Verbandsmaterial), Blasenpflaster und eine Rettungsdecke. Wer eine Extraportion Sicherheit einpacken möchte, nimmt noch einen Biwacksack, eine Stirnlampe mit Ersatzbatterien und eine Pfeife mit. Auch wenn man diese Dinge hoffentlich nie brauchen wird, empfiehlt es sich, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Und wer seine Knie beim Abstieg schonen möchte, nimmt zusätzlich noch Wanderstöcke mit.

Verpflegung und Rucksackinhalt
Für längere Wanderungen empfiehlt sich eine ausreichende Trinkmenge, die bei einer Einkehr ergänzt wird. In der kälteren Jahreszeit kann ein warmes Getränk in einer Thermoskanne besonders angenehm sein.
Als Verpflegung eignen sich energiereiche Snacks wie Nüsse, Müsliriegel oder belegte Brote. Sie liefern unterwegs schnell neue Energie.
Im Rucksack sollten außerdem Ausweis, Versicherungskarte und wichtige Notfallkontakte mitgeführt werden, idealerweise auch offline gespeichert oder ausgedruckt.
Beim Packen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Gewichtsverteilung. Schwere Gegenstände gehören möglichst nah an den Rücken. Ein Regenschutz schützt den Rucksack bei Regen.

Schutz vor Sonne und Kälte
Auch wenn die Temperaturen in den Bergen angenehm wirken, ist die Sonneneinstrahlung oft intensiver als im Tal.
Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung schützen zuverlässig vor UV-Strahlung.
Gleichzeitig können sich Temperaturen in den Bergen rasch ändern. Eine Fleecejacke oder eine leichte Daunenweste, eine Haube und Handschuhe sorgen dafür, dass man auch bei Wind oder Pausen warm bleibt.

Das richtige Rucksackgewicht
Für eine mehrstündige Wanderung sollte das Gewicht des Rucksacks idealerweise zwischen fünf und acht Kilogramm liegen.
Da das Gewicht oft unterschätzt wird, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Waage vor der Tour. Ein guter Tipp für zukünftige Wanderungen: Alles, was nach der Tour unbenutzt im Rucksack geblieben ist, kann beim nächsten Mal möglicherweise zu Hause bleiben (das gilt natürlich nicht für die Sicherheitsausrüstung).

Die wichtigste Regel am Berg
Bei aller Planung und Vorbereitung bleibt eine Regel besonders wichtig: Lieber einmal umkehren als ein unnötiges Risiko eingehen. Die Berge bleiben. Ein Gipfel läuft nicht davon. Wer diese Haltung verinnerlicht, erlebt langfristig die schönsten und sichersten Momente am Berg.