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Wenn der Himmel seine Meinung ändert

Gewitter gehören zum Bergsommer dazu. Besonders in den Monaten Juni, Juli und August können sie sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln und aus einer schönen Bergtour eine gefährliche Situation entstehen lassen.

Die gute Nachricht: Gewitter entstehen selten völlig überraschend. Wer Wetterbericht, Wolkenentwicklung und Tourenplanung ernst nimmt, kann das Risiko deutlich reduzieren.

Die wichtigste Regel: früh planen!

Vor der Tour lohnt sich ein Blick auf den Wetterbericht.

Wenn sich stabile Schönwetterperioden abschwächen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Wärmegewittern von Tag zu Tag an. Gerade im Hochsommer können sie sich am Nachmittag rasch entwickeln.

Deshalb gilt:

• Wetterbericht prüfen 
• Früh starten 
• Zeitreserven einplanen 
• Umkehrmöglichkeiten kennen 
• Nicht um jeden Preis auf den Gipfel bestehen 


Gewitter erkennen

Ein wichtiges Warnsignal sind wachsende Quellwolken.

Aus kleinen Haufenwolken entwickeln sich immer größere Wolkentürme. Besonders auffällig sind sogenannte Ambosswolken, deren Oberseite sich waagrecht ausbreitet.

Weitere Warnzeichen:

• Böig auffrischender Wind 
• Rascher Wetterumschwung
• Rascher Abfall des Luftdrucks 
• Temperaturrückgang 
• Elektrische Geräusche oder Surren in der Luft 

Spätestens jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt.
 

Was tun bei einem Gewitter?

Gerätst du dennoch in ein Gewitter, helfen einige einfache Maßnahmen:

Exponierte Stellen verlassen:

• Gipfel 
• Grate 
• Felstürme 
• Allein stehende Erhebungen und Bäume

sollten so rasch wie möglich verlassen werden.

Abstand zu Stahlseilen halten, denn Klettersteige sind bei Gewitter besonders gefährlich.

Das Stahlseil wirkt als Blitzableiter. Deshalb gilt bei akuter Gewittergefahr: Klettersteige nicht begehen.



 

Schutz suchen

Geeignet sind größere Felshöhlen oder geschützte Bereiche.

Zur Felswand sollte dennoch möglichst Abstand gehalten werden.

Schrittspannung vermeiden, wenn kein anderer Schutz möglich ist:

• In die Hocke gehen 
• Füße eng zusammenstellen 
• Auf Rucksack oder Seil sitzen 

Dadurch wird das Risiko durch Schrittspannung reduziert.



Gegen Auskühlung schützen

Gewitter bringen oft:

• Starkregen 
• Hagel 
• Sturm 
• Raschen Temperaturabfall 

Ein Biwaksack und geeignete Bekleidung können in solchen Situationen entscheidend sein.


Blitz und Donner richtig einschätzen
Eine einfache Faustregel hilft bei der Einschätzung der Entfernung:

Drei Sekunden zwischen Blitz und Donner entsprechen ungefähr einem Kilometer Entfernung.

Vergehen nur zehn Sekunden zwischen Blitz und Donner, befindet sich das Gewitterzentrum bereits in etwa drei Kilometern Entfernung.

Dann ist es höchste Zeit, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.


Der beste Schutz heißt: Umkehren

Moderne Wetterprognosen, Tourenplanung und Aufmerksamkeit machen Bergtouren heute sicherer denn je.

Trotzdem bleibt eine Regel unverändert:

Ein Gipfel kann warten. Sicherheit nicht.
Wer rechtzeitig umkehrt, hat keine Tour verloren, sondern die richtige Entscheidung getroffen.

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