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Die Alm ist kein Streichelzoo

Begegnungen mit Weidevieh: Sicher unterwegs auf der Alm

Die Alm ist Lebensraum und Wanderziel zugleich
Seit Generationen bewegen sich Menschen durch die Bergwelt und begegnen dabei Weidevieh. Lange Zeit galten Kühe für viele als ruhig, friedlich und beinahe träge. Doch in den letzten Jahren häufen sich Berichte über gefährliche Zwischenfälle auf Almen.

Der Grund dafür liegt nicht in „aggressiveren“ Tieren, sondern vor allem in veränderten Formen der Viehhaltung.


Warum Begegnungen heute sensibler sind
Auf vielen Almen ist heute die sogenannte Mutterkuhhaltung verbreitet. Dabei bleiben die Kälber bei ihren Müttern und werden von der gesamten Herde geschützt.

Gerade diese Schutzinstinkte machen Begegnungen anspruchsvoller.

Während Milchkühe und Jungvieh meist neugierig, aber harmlos bleiben, reagieren Mutterkühe deutlich sensibler auf:

• Annäherung an ihre Kälber 
• hektische Bewegungen 
• Hunde 
• Unsicherheit oder Stress 

Wird eine Situation als Bedrohung wahrgenommen, kann sich eine ruhige Herde innerhalb weniger Sekunden völlig anders verhalten.


Hunde erhöhen das Konfliktpotenzial
Besonders häufig entstehen kritische Situationen gemeinsam mit Hunden.

Für Rinder wirkt ein Hund oft wie ein natürlicher Feind. Die Tiere versuchen deshalb, ihn zu vertreiben oder die Herde zu schützen.

Deshalb gilt:
• Hunde auf Weiden immer kurz anleinen 
• den Hund nicht frei zwischen Tieren laufen lassen 
• bei einer drohenden Attacke sofort ableinen 

Ein freier Hund kann meist schneller flüchten als ein Mensch.


Almweiden sind kein Streichelzoo
Wanderwege führen oft direkt durch Weideflächen. Das gehört seit jeher zur alpinen Kulturlandschaft.

Trotzdem gilt:
• Tiere nicht berühren 
• Kälbern niemals zu nahekommen 
• keine Selfies oder Fotos mitten in der Herde machen 
• Abstand halten 
• ruhig bleiben 

Die Alm ist Arbeitsraum für Landwirt*innen und Lebensraum für Tiere.


Die 10 wichtigsten Tipps für sichere Begegnungen mit Weidevieh

1. Abstand halten
Tiere nicht füttern oder berühren.

2. Ruhig bleiben
Keine hektischen Bewegungen oder lautes Verhalten.

3. Kälber meiden
Mutterkühe verteidigen ihren Nachwuchs.

4. Hunde kontrollieren
Kurz anleinen, bei Gefahr sofort ableinen.

5. Auf den Wegen bleiben
Weiden möglichst zügig queren.

6. Herden großräumig umgehen
Wenn möglich Abstand schaffen.

7. Tiere beobachten
Warnsignale ernst nehmen.

8. Unruhe erkennen
Kopf senken, Scharren oder Brüllen bedeuten Abstand schaffen.

9. Tore und Zäune respektieren
Gatter schließen und markierte Übergänge nutzen.

10. Mit Respekt unterwegs sein
Gegenüber Menschen, Tier und Natur.


Aufmerksamkeit schützt Mensch und Tier
Die meisten Begegnungen mit Weidevieh verlaufen völlig problemlos. Entscheidend ist, Situationen richtig einzuschätzen und Tiere nicht unnötig zu bedrängen.

Mit etwas Aufmerksamkeit, Respekt und Ruhe bleiben Wanderungen auf Almen für alle Beteiligten ein schönes Bergerlebnis.




Weiterführende Informationen
Video: Sicherer Umgang mit Weidevieh

Presseinformation des Österreichischen Alpenvereins