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Durch den Stadlwandgraben aufs Klosterwappen

Autor: Rainer Vogl

Durch den Stadlwandgraben aufs Klosterwappen am 19.07.2018

Also mal gleich voraus, der Anstieg durch den Stadlwandgraben rauf aufs Klosterwappen ist der längste "in einem durch" der Ostalpen. Also so lang ist er auch wieder nicht, aber steil. Gemeint ist vermutlich der mit den meisten Höhenmetern "in einem durch", denn vom Weichtalhaus bis zum Gipfel des Schneebergs sind es schon mal rechnerisch 1529 Höhenmeter und die wollen verdient sein (Quelle: Günter Schmidt, Obmann der Sektion Kienthaler).

Im Gegensatz zum Juni, da mussten wir wegen dem "Oarschweda" bei der Baum(Latschen)grenze umdrehen, war uns das Wetter freundlichst gesinnt. Vor allem war es nicht zu heiß. Start vom Weichtalhaus mal ein paar hundert Meter auf der Straße bis zum Stadlwandgraben und dann hurtig bergauf.

Der Steig ist nicht markiert (also kein offizieller Wanderweg, daher auch nicht betreut etc.) aber im Normalfall gut sichtbar. Keinesfalls nach links abdriften, denn dann steckt man in den Kletterwänden und dann ist Schluss mit lustig. Nach so ca. 900 zurückgelegten Höhenmetern (und da sind die meisten Wanderungen schon beim Umkehrpunkt), gelangt man zu einem Forsthaus der Stadt Wien. Der Standort ist wunderbar ausgesucht und heißt intern nicht umsonst Märchenwiese. Angeblich ist der Stützpunkt beim Personal nicht so beliebt, denn da kann man nicht hinfahren, da muss man hingehen.

Bietet sich aber vorzüglich zum Einnehmen einer ordentlichen Jause an, denn ab jetzt ist es bis zum Gipfel nicht schwer, aber es zieht sich.

Es fehlen bis hinauf immerhin noch ca. 600 Höhenmeter. Kurz darauf wird der südliche Grafensteig gequert und ab jetzt gibt s wieder Markierungen, wenn auch interessanterweise grüne. Nachdem es auch den Latschen bezüglich Wachstumsfreudigkeit zu blöd geworden ist, erblickt man das Klosterwappen.

Das Gipfelkreuz nicht, denn das verbirgt sich aus dieser Perspektive hinter den Radarschüsseln, aber man kann sagen: "Das Ende ist nah." So nah aber auch wieder nicht, denn die letzten 300 Höhenmeter gehen dann ans Eingemachte. Schleppt sich ordentlich, immer das Ziel vor Augen und es kommt nicht näher. Conny hat da aber ganz schön Gas gegeben.

Wir wussten nicht, dass es am 19.07.2018 eine Bergmesse zum 70jährigen Klosterwappengipfelkreuzjubiläum gab, waren aber so fertig, dass wir die Feier nicht gecrasht haben, sondern uns an der Menge zur Fischerhütte vorbeischwitzten. Weil alle beim Gipfelkreuz waren, hatten wir genug Platz in und außerhalb der Hütte.

Die Pause war auch notwendig denn merke: Was du raufkeuchst musst du auch wieder runter!!!

Also frisch ans Werk und durch den Wurzengraben runter bis zum Heinrich-Krempel -Bergrettungshütte. Dann über den südlichen Grafensteig und Witzanikreuz bis zur Abzweigung zur Kienthalerhütte (kurze Einkehr) ...

... und endgültig runter über den Ferdinand Mayr Weg.

Wenn der Ohne-Pause-Gipfelanstieg mit ca. 4 Stunden zu Beginn nicht wäre, könnte man ja auch von einer kommoden Dreihüttentour sprechen (eigentlich Vierhüttentour, denn beim Weichtalhaus kommt man ja 2x vorbei).

Fazit: mit  Zwischenschupferln ca. 1600 Höhenmeter sowie 17 Kilometer haben danach vermutlich zu Hause alle gut einschlafen können.

Rainer

 

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Rainer Vogl
Im Alpenverein Edelweiss seit: 2010
Bergwanderführer
Aktivitäten: Wanderungen im Sommer und Winter, Bergwaldprojekte
Touren mit Rainer Vogl