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Fast eine Schneeschuhtour auf den Kaarl

Autor: Martin Heppner

Fast eine Schneeschuhtour auf den Kaarl

Die Tour auf den Kreuzschober, auch Kaarl genannt, ist eine meiner absoluten Lieblingsrouten mit Schneeschuhen. Ich führe diese Tour jetzt schon das dritte Jahr hintereinander. Das ist jetzt als Serie noch nicht unendlich lang, aber ich führe ja auch noch nicht unendlich lang Touren für die Edelweiss! 
Dieses Jahr war allerdings schon recht lange vor der Tour klar, dass für Schneeschuhe zu wenig Schnee liegen wird. Ich wollte die Tour aber trotzdem so machen und fünf Teilnehmer plus Rainer Vogl (selbst Edelweiss Guide) haben sich angeschlossen!


Die Anreise führe ich ja in den überwiegenden Fällen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch – so auch diesmal. Bis Mürzzuschlag gibt es mehrere Möglichkeiten – wir haben einen Intercity gewählt, der kurz nach 9:00 am Bahnhof Wien Meidling abfährt.
In Mürzzuschlag steigen wir in den Linienbus um und fahren bis nach Langenwang, Station Pretulstraße.
Wir queren die Mürz, bewundern im glasklaren Wasser richtig große Forellen (!) und gehen am Seppbauer vorbei in den Wald.


Wir haben wunderbares Wetter: Die Sonne scheint herrlich und es ist fast windstill.
Am Weg zur Hönigsberger Alm haben wir ab und zu kurzen Ausblick auf die Berge gegenüber: Markant die Pretul mit ihren Windrädern und das Stuhleck am östlichen Ende mit den Skipisten.


Auf der Hönigsberger Alm liegt sogar eine fast durchgängige Schneedecke. Zuwenig allerdings um das stundenlange Schleppen der Schneeschuhe am Rücken zu rechtfertigen.

 


 


Hier machen wir die erste ausgiebigere Rast und versichern uns gegenseitig nicht mehr aufstehen und schon gar nicht weitergehen zu wollen! Auf dem gemütlichen Bankerl in der Sonne wärmen und bräunen wir uns genussvoll!


Schließlich raffen wir uns doch auf und gehen das letzte Stück an. Es ist noch ein letzter Anstieg durch den Wald und dann eine fast ebene Strecke bis zur Kaarlhütte.
Allerdings gehen wir vor der Kaarlhütte noch schnell die letzten 100 Höhenmeter hinauf zum Gipfel des Kreuzschobers / Kaarls. 


Vom Gipfel zur Hütte hinunter ist es ein Katzensprung: Die Hütte ist nur im Winter bewirtschaftet und immer gut besucht. Da wir erst nach 14:00 ankommen, ist ein ganzer Tisch für uns frei und wir finden alle Platz. Zu Mittag kann das auch anders aussehen, weil die Hütte – zu Recht – sehr beliebt ist! 


Nachdem sich jeder nach eigenem Ermessen gestärkt hat (an dieser Stelle sei angemerkt, dass nur Rainer und ich genug Durchhaltevermögen bis zum Schwarzbeerstrudel haben! Nicht zu unserem Schaden! Ganz im Gegenteil!), machen wir uns auf den Rückweg.
Zuerst folgen wir der Forststraße, bis wir wieder auf den Wanderweg in den Wald abbiegen.


Zwischendurch bietet sich uns ein sehr schöner Blick auf Schneealpe und Rax!


Die Stürme der letzten Wochen sorgen ab und zu dafür, dass unser Weg verlegt ist. Nichts was uns wirklich behindern würde…


Noch vor Einbruch der Dämmerung erreichen wir die Asphaltstraße und spazieren gemütlich zum Bahnhof Mürzzuschlag hinunter.
Da ich im Vorfeld alle Teilnehmer genötigt habe zur Sicherheit Stirnlampen (inkl. Ersatzbatterien) mitzunehmen, muss ich mir scherzhafte Kommentare dazu anhören, dass wir diese gar nicht gebraucht haben. „Gut so!“, denke ich mir. Hätten wir sie gebraucht hätte das nämlich bedeutet, dass etwas Unvorhergesehenes passiert wäre und ich bin sehr froh, dass diese Wanderung schön, fröhlich und erholsam abgelaufen ist!


Wer übrigens unbedingt mit Stirnlampen wandern will und kurzentschlossen ist: Am 7.3. führe ich eine Vollmondwanderung. Wir starten nach 22:00 in der Edelweisshütte und gehen die ganze Nacht bis wir um 5:30 in der Früh in den Zug in Puchberg am Schneeberg einsteigen und nach Hause (ins Bett) fahren! Ich freu mich schon darauf! 

Martin Heppner
Übungsleiter Bergwandern und Übungsleiter Schneeschuhwandern
Im Verein seit: 2012
Geboren und aufgewachsen in Klagenfurt, lebt jetzt in Wien

Im Frühjahr 2015 hat er sein Auto verkauft und ist seither mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Touren unterwegs. Darüber bloggt er beim Alpenverein Edelweiss.

In seiner Kindheit haben ihn seine Eltern oft in Kärnten, Slowenien und Italien zum Wandern mitgenommen. Durch den Abstand der Jahre verklärt, kann er sich nur mehr an die schönen Momente in den Bergen erinnern. Deshalb schleppt er jetzt seine eigenen Kinder ab und zu mit in die Wiener Hausberge.

Touren mit Martin Heppner