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Planet C

Autor: Romy Pexa
Planet C
 
Wir vermissen sie, die Berge, die Wälder und Wiesen, die sich im Frühling von ihrer schönsten Seite zeigen! Wir, die es als Grundbedürfnis empfinden, sich – mit Respekt, aber frei – in der Natur zu bewegen, leiden besonders darunter, dass sportliche Betätigung außerhalb der eigenen vier Wände derzeit nicht bzw. nur sehr eingeschränkt möglich ist. Etliche Ausflugsziele und Wanderwege sind gesperrt, und wer ohne Auto mitten im dicht bebauten Gebiet wohnt, muss mit Spazierengehen in städtischen Grünanlagen Vorlieb nehmen.
 
Vor allem in den Parks und am Stadtrand sieht man, wie viele Menschen es hinaus ins Grüne zieht – trotz oder gerade wegen der Beschränkungen, die einem das eigene Verantwortungsgefühl und der Erlass zum Schutz von dem Corona-Virus auferlegen. Es wäre schön, wenn dadurch der Wert einer intakten Natur in Zukunft mehr geschätzt würde, im Großen wie im Kleinen – und wenn wir diese Krise auch als Chance sehen könnten:
 
Chance
Of
Rescuing
Our
Nature
All together
 
„There is no Planet B.“ Das stimmt – aber vielleicht gibt es ja einen „Planet C“.
 
 
Bei allem insbesondere jetzt besonders nötigem Optimismus ist Naivität allerdings fehl am Platz.
Denn die Welt könnte nach der Corona-Krise auch so aussehen:
 
• Die Rezession fällt schlimmer aus als befürchtet. Der Staat pumpt sämtliches zur Verfügung stehende Geld in die Wirtschaft; Umwelt- und Klimaschutz gehen leer aus. Auch die alpinen Vereine sind von finanziellen Einbußen betroffen, Hütten schließen, wodurch das Wegenetz zu zerfallen beginnt.
 
• Die Menschen haben sich aus Angst vor Ansteckung und aufgrund des Verbots, öffentliche Verkehrsmittel zu Freizeitzwecken zu nutzen, daran gewöhnt, wieder mehr mit dem Auto zu fahren. Weitere Nebenbahnen werden eingestellt; man behält die während der Krise verlängerten Intervalle bei öffentlichen Verkehrsmitteln bei, was diese immer unattraktiver macht.
 
• Diejenigen, denen die Wegefreiheit schon immer ein Dorn im Auge war, nutzen die Gunst der Stunde. Zahlreiche Wege bleiben auch nach Beendigung der Beschränkungen des Sports im Freien für die Öffentlichkeit gesperrt.
 
Es kommt auch auf uns an, wie die „neue Normalität“ aussehen wird. Derzeit ist das Corona-Virus das alles beherrschende Thema; jede und jeder von uns ist aufgerufen, einen Beitrag zu leisten, damit wir die Krise gut überstehen. Das darf aber nicht dazu führen, dass man andere ebenso dringliche Probleme vergisst und verdrängt. Der Mundschutz darf nicht zum Maulkorb werden!
 
 
Unsere Gesundheit und unsere Lebensfreude hängen ebenso davon ab, dass
• weniger klimaschädigende Schadstoffe ausgestoßen werden;
• die Zerstörung von Ökosystemen gestoppt wird;
• wertvolle Lebensräume wie die Alpen in dieser Form erhalten bleiben und wir auch in Zukunft die Freiheit haben, sie zu nutzen.

Verantwortungsbewusstes, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Denken und Handeln ist gefragt – und das auch, aber nicht nur zum Schutz vor dem Corona-Virus!